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Die ersten 100 Tage als neue Chefärztin

Meine neue Aufgabe empfinde ich als spannend und abwechslungsreich und ich freue mich darauf, die Entwicklung der Psychiatrie-Dienste Süd und die Zusammenarbeit über alle Bereiche mitzugestalten und weiter voranzutreiben.

Autorin: Dr.med.univ. Angela Brucher, Chefärztin

In die neue Rolle wachsen
Ich bin dran mich einzuarbeiten. Mir hilft, dass ich ja bereits seit Januar 2015 im Betrieb bin und die Psychiatrie-Dienste Süd (PDS) kannte. Vieles, vor allem übergeordnete Themen, sind dennoch neu. Ich erfahre grosse Unterstützung rundherum.

Präsenz an den fünf Standorten ist aufwändig
Chefärztin zu sein und fachliche Präsenz an mehreren Standorten zu erbringen ist sehr zeitaufwändig. Seit Antritt der Stelle als Chefärztin bin ich viel am Reisen. Für mich bedeutet das viel Flexibilität zu haben, für die Mitarbeitenden, dass sie mich nicht so häufig persönlich sehen. Mir ist wichtig immer ein offenes Ohr zu haben, das heisst wenn mich jemand braucht, gerne anrufen oder eine E-Mail schreiben. Ich melde mich zeitnah zurück.

Herausforderungen aktiv begegnen
Unsere Gesellschaft ist im ständigen Wandel. Im Gesundheitsbereich tut sich einiges. Denken wir an die geplanten Spitalschliessungen im Kanton St.Gallen oder das geplante Anordnungsmodell für psychologische Fachkolleginnen und -kollegen. Der Wettbewerb, dem wir ausgesetzt sind, nimmt zu. Für mich bedeutet das aktiv und wach zu sein, um Bedürfnisse und Trends zu erkennen und proaktiv zu agieren, statt später unter Druck reagieren zu müssen.

Für mich gilt der Grundsatz "ambulant vor stationär". Alle, die wohnortnah ambulant behandelt werden können, sollen entsprechende Angebote erhalten. Um das umzusetzen ist die Vernetzung mit unseren wichtigen Anspruchsgruppen (Zuweisende, Heime, Kanton, Spitäler, Spitex-Organisationen etc.) essentiell. Unsere vielen Verträge mit Pflegeheimen, das Projekt Heilpädagogisch-psychiatrische Behandlung, oder die «Gemeindeintegrierte Akutversorgung (GiA)» gehen in die richtige Richtung.

Im stationären Bereich können wir so unsere Ressourcen bündeln und auf jene fokussieren, die eines stationären Settings bedürfen. Hier sind für mich Projekte aus der Recovery Bewegung wegweisend, die Ressourcen fördern und Patientinnen und Patienten in ihrer Autonomie unterstützen (beispielsweise die Psychiatrische Patientenverfügung, der Einsatz von Peerkräften). Aktuell verweise ich auf das Projekt "Safe wards", das ich toll finde.

Veränderungen in Angriff nehmen
Wir haben Berufsgruppen, unter anderem aus der Psychologie, die zu Recht unzufrieden sind, weil sie wenig Möglichkeiten haben sich in den Psychiatrie-Diensten Süd weiterzuentwickeln. Dadurch verlieren wir tolle Kolleginnen und Kollegen, die dann, wenn sie bei uns ausgebildet wurden, abwandern, um wo anders Karriere zu machen. Ich denke wir müssen zeitnah Konzepte erarbeiten, die innerhalb verschiedener Berufsgruppen individuelle Förderung und Karriereplanung erlauben. Der grösste Handlungsbedarf besteht aus meiner Sicht aktuell in der Psychologie, betrifft aber einige andere auch.

Wertschätzende Zusammenarbeit der Führungsebene
Ich erlebe die Zusammenarbeit mit unserem CEO, Christoph Eicher und der gesamten Geschäftsleitung sehr wertschätzend. Der Austausch ist konstruktiv und interessiert. Ich kann offen Ideen äussern. Insgesamt finde ich die Stimmung in den PDS sehr kollegial und freundschaftlich. Das erklärt, warum ich seit Jahren so gerne hier arbeite.

Vielfältige Kontakte mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Ich möchte allen Mitarbeitenden danken, dass sie mich vom ersten Tag an so positiv unterstützt haben, immer hilfsbereit und geduldig waren. Mein besonderer Dank gilt meiner Assistentin, Katja Sprecher, die mir immer zur Seite steht und mir hilft den Überblick, Struktur und Ordnung zu halten.

Ausblick mit guten Chancen
Wir haben in unserem Unternehmen sehr viele kreative Leute mit grossem Engagement, die begeisterungsfähig sind und tolle Ideen generieren. Ich freue mich, mit unseren Teams die Angebotsplanung der nächsten Jahre voranzutreiben und Vorhaben in Abstimmung mit unserer Kooperationspartnerin der Psychiatrie St.Gallen Nord gezielt zu realisieren. Das Umfeld bietet viele Möglichkeiten und mit unseren Ressourcen haben wir gute Chancen, spannende Behandlungsangebote zu entwickeln und umzusetzen, die den Bedürfnissen von Betroffenen entsprechen.

 

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