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Fachsymposium 2019 – Geschlechtsspezifische Fragestellungen in der modernen Psychiatrie

Datum
07.11.2019
Zeit
13.00 - 17.00 Uhr
Standort

Veranstaltungsort: HSR Hochschule für Technik Rapperswil, Oberseestrasse 10, 8640 Rapperswil

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Wissensvermittlung in drei Teilen:
In drei Fachreferaten widmen sich die Referenten vertieft den unterschiedlichen geschlechtsspezifischen Bedürfnissen und Fragestellungen, zeigen Unterschiede sowie die Anforderungen auf, die sich daraus im Beratungs- und Behandlungsalltag ergeben und belegen ihre Thesen mit Beispielen aus der Praxis.

Referat 1:
«Die Macht der Hormone - Der Einfluss von Geschlechtshormonen auf die psychische Gesundheit der Frau»
Dr.med.univ. Stefanie Steininger

Geschlechterspezifische Unterschiede bei psychischen Leiden sind bereits lange bekannt. Im Dunkeln lag jedoch lange Zeit wie Hormone die weibliche Gesundheit beeinflussen, beziehungsweise wie ein veränderter Hormonhaushalt und damit verbundene Anpassungsleistungen zu psychischen Erkrankungen bei Frauen führen können. Bis ins hohe Alter beeinflussen Geschlechtshormone massgebend das Wohlbefinden der Frau, wobei Menarche, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Menopause besonders vulnerable Phasen bedeuten können. Einblicke in die Neuroendokrinologie ermöglichen uns ein Verständnis, wie und warum weibliche Geschlechtshormone sowie deren Veränderungen die psychische Gesundheit der Frau beeinflussen.

Referat 2:
«Männlichkeit in der Krise?! Ansätze einer Zeitdiagnose und Fragen an die Gesundheitsversorgung»
Lic.phil. Markus Theunert
Die Anforderungen und Erwartungen der Gesellschaft an die Geschlechterrollen verändern sich. Während die Frauen in den vergangenen Jahren immer mehr Terrain erobert haben und ihre Forderung an eine Gleichstellung der Geschlechter vorzubringen wissen, suchen Männer nach Orientierung im Umgang mit den Veränderungen. Nicht selten ist die Rede von einer Krise der Männlichkeit. Gibt es diese tatsächlich? Wie äussert sie sich und welche Auswirkungen hat sie auf männliche Identität und psychische Gesundheit? Das Referat formuliert eine empirisch fundierte Zeitdiagnose und fragt in der Folge, welche Haltung und Aufgaben Fachleute und Institutionen in der psychologisch-medizinischen Versorgung in dieser Situation wahrnehmen können.

Referat 3:
«Transidentität. Umgang mit Transidenten in der Psychotherapie»
Prof. Dr. Udo Rauchfleisch

Unser dritter Vortrag stellt die Dichotomie der Geschlechter an sich in Frage. Was ist mit Menschen, die sich in diesen Kategorien nicht wiederfinden, weil sie sich im falschen Körper geboren fühlen, beziehungsweise nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren können? An welche Grenzen stossen sie in der Gesellschaft und welche Auswirkungen hat das auf ihr psychisches Befinden? Welche spezifischen Bedürfnisse haben transidente Menschen? Und wie können Fachleute der Psychiatrie unterstützen und befähigen?

Eine Teilnahme lohnt sich für Sie, weil …

  • Sie aus erster Hand von ausgewiesenen Fachreferenten aktuelle Inputs und neue Denkanstösse zu geschlechterspezifischen Fragestellungen in der modernen Psychiatrie erhalten.
  • Sie die Möglichkeit haben, Ihre individuellen Fragen zum Thema den Referentinnen und Referenten in Plenum, bilateral in der Pause oder am abschliessenden Apéro zu stellen.
  • das Fachsymposium auch mit seiner attraktiven Lage am See, einem ansprechenden und technisch bestens ausgerüsteten Seminarraum sowie einem gehobenen gastronomischen Rahmenangebot überzeugen kann.
  • das Programm von namhaften Fachgesellschaften wie der SGPP, FSP und SAPPM anerkannt ist und Ihnen so Fortbildungscredits resp. Fortbildungsstunden angerechnet werden.

Profitieren Sie und melden Sie sich bis zum 20. Oktober über das Anmeldeformular in der rechten Spalte an!

Programm

13.00 UhrRegistrierung und Willkommens-Kaffee
13.30 Uhr Begrüssung
Karlheinz Pracher, Leiter Psychiatrie-Zentrum Linthgebiet, Uznach
13.40 Uhr  Einführung: Geschlechtsspezifische Fragestellungen in der modernen Psychiatrie
Dr.med.univ. Angela Brucher, Chefärztin Psychiatrie-Dienste Süd
13.50 Uhr«Die Macht der Hormone - Der Einfluss von Geschlechtshormonen auf die psychische Gesundheit der Frau»
Dr.med.univ. Stefanie Steininger
14.40 Uhr«Männlichkeit in der Krise?! Ansätze einer Zeitdiagnose und Fragen an die Gesundheitsversorgung»
Lic. phil. Markus Theunert, Psychologe
15.30 UhrPause
16.00 Uhr«Transidentität. Umgang mit Transidenten in der Psychotherapie»
Prof. Dr. Udo Rauchfleisch
16.50 UhrDiskussions- und Fragerunde mit den Referenten, Moderation: Angela Brucher


Veranstaltungsort
Die Veranstaltung findet in der Aula der HSR Hochschule für Technik in Rapperswil statt.
Download Veranstaltungsinfo inkl. Lageplan
Informationen zur Anreise an die HSR in Rapperswil


Unsere Referentin und Referenten

Dr.med.univ. Stefanie Steininger

Stefanie Steininger hat an den Universitäten Wien (A) und La Laguna (Teneriffa, ESP) Medizin studiert. Nach beruflichen Stationen in der Erwachsenen-, Alters- und Kinder- und Jugendpsychiatrie ist sie seit Juni 2018 für die Schwangerschaftsprechstunde des Psychiatrie-Zentrums Linthgebiet in Rapperswil tätig. Neben der psychotherapeutischen und psychiatrischen Tätigkeit widmet sie sich dem Thema der Neuroendokrinologie und der Frage, wie weibliche Geschlechtshormone die psychische Gesundheit der Frau beeinflussen.

Lic.phil. Markus Theunert

Markus Theunert hat an den Universitäten Basel und Bern Allgemeine Psychologie, Klinische Psychologie und Soziologie studiert. Seit einigen Jahren widmet er sich schwergewichtig fachlichen Fragen rund um die geschlechterreflektierte Arbeit mit Jungen, Männern und Vätern. Er ist Leiter des Schweizerischen Instituts für Männer- und Geschlechterfragen SIMG, der Fachstelle des Dachverbands progressiver Männer- und Väterorganisationen der Schweiz. In dieser Funktion wirkt er auch als Leiter des nationalen Programms MenCare Schweiz zur Förderung väterlichen Engagements und männlicher Care-Arbeit.

Prof. Dr. Udo Rauchfleisch

Udo Rauchfleisch studierte an den Universitäten Kiel (D) und Lubumbashi (CD) Psychologie. Nach über 30-jähriger Tätigkeit in der Psychiatrischen Universitätspoliklinik Basel (UPK) als Professor für Klinische Psychologie ist er seit 1999 als Psychotherapeut in eigener Praxis tätig und hält Gastvorlesungen an in- und ausländischen Universitäten. 2007 wurde Udo Rauchfleisch eremitiert.
Er publiziert zur Theorie und Praxis der Psychoanalyse, zu Gewalt, Dissozialität, musikpsychologischen und theologisch-psychologischen Grenzgebieten sowie zu Homosexualität und Transidentität.