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Gesundheitskompetenz

Der aktuell veröffentlichte Bericht «Gesundheitskompetenz» der World Health Organization (WHO) zeigt auf, dass fast die Hälfte der Bevölkerung in der europäischen Region über unzureichende oder problematische Gesundheitskompetenz verfügt. Diese steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit riskantem Verhalten, wenig gesundheitsbezogenen Entscheiden, schlechterer Gesundheit, wenig Selbsthilfe und damit mehr Krankenhauseinweisungen. Daraus resultiert ein hoher personeller und finanzieller Aufwand und damit rasant steigende Kosten in den Gesundheitssystemen.

Bildung und Gesundheitskompetenz sind grundlegende Voraussetzungen für Gesundheit und Wohlbefinden. Menschen können ihr Gesundheitspotential nur dann weitestgehend entfalten, wenn sie auf die Faktoren, die ihre Gesundheit beeinflussen, auch Einfluss nehmen können.

Unsere Gesellschaften werden komplexer und stehen im 21. Jahrhundert vor einem Paradoxon, was Gesundheitsentscheidungen betrifft: Die Menschen werden zunehmend mit Gesundheitsinformationen aber auch mit Fehlinformationen überflutet und es wird immer schwieriger, Entscheidungen zugunsten einer gesunden Lebensweise zu treffen. Sich gesundheitskompetent zu verhalten wird zur Herausforderung.

Auf diese Herausforderung sind die Menschen weder gut vorbereitet noch werden sie dabei gut unterstützt. Moderne Gesellschaften vermarkten aktiv ungesunde Lebensweisen (beispielsweise Rauchen, Fastfood, Junkfood oder E-Medien mit Suchtpotential) und in deren komplexen Gesundheitssystemen finden sich Menschen schlecht zurecht. Auch Bildungssystemen gelingt es nicht, die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, um die vorhandene Informationsflut besser zu verstehen, zu beurteilen und jene Informationen zu nutzen, die sich positiv und langfristig auf die Gesundheit auswirken.

Gesundheitskompetenz stärkt und fördert aber erwiesenermassen das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Widerstandsfähigkeit der einzelnen Person und der Gemeinschaft und befähigt, sich aktiv an der eigenen Gesundheitsversorgung zu beteiligen.

Die Psychiatrie-Dienste Süd verstehen Gesundheitskompetenz als ein Prozess, der den Menschen ein höheres Mass an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit ermöglicht und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit befähigt. Daraus erwächst eine Verantwortung: Gegenüber der Bevölkerung, im Rahmen der Entwicklung neuer Behandlungsangebote, in der optimalen Vernetzung mit Leistungspartnern, in der Prävention und Teilhabe und in der Vermarktung und Kommunikation von Produkten.

Weitere Informationen
Careum Stiftung Schweiz

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